Schlagzeuger
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Barbaratag

4. Dezember

 

(Feier immer am Samstag, der dem 4. Dezember am nächsten liegt)

 

Auch über sechs Jahrzehnte nach Schließung des Bergwerks kann man Bodenmaiser Geschichte hautnah miterleben. Wenn sich immer am Samstag, der dem 4. Dezember am nächsten liegt, nahe des ehemaligen Bergamtes – in Bergmannstracht gekleidete Männer um die festlich geschmückte Knappschaftsstandarte scharen und mit klingendem Spiel der Knappschaftskapelle und wehenden Federbuschen auf dem Schachthut stolz zur Pfarrkirche ziehen, könnte man kurz auf den Gedanken kommen, es gibt noch aktiven Bergbau in Bodenmais. Doch es sind Söhne und Enkel ehemaliger Berg- und Hüttenleute, die Eigner des Historischen Besucherbergwerks BHS und Freunde bergmännischen Brauchtums, die diese Tradition hochhalten und den Ehrentag der Hl. Barbara feiern. 

 

Auch wenn das ehemals berufsständische Fest der Belegschaft seit Wiedergründung des Knappschaftsvereins 1970 viele Veränderungen erfahren hat, es ist ein Festtag für Bodenmais. Die Verantwortlichen im Knappschaftsverein legen besonderen Wert darauf, dass prägende Elemente des Barbaratags weiterleben: Kirchenparade – Festgottesdienst zu Ehren der Hl. Barbara – Totenehrung – Mahl und nicht zu vergessen: Barbaratanz. Zu früheren Zeiten ein absolutes Kuriosum, denn nur den Bergleuten war es durch bischöflichen Erlass gestattet, am Ehrentag ihrer Schutzheiligen – mitten im Advent – das Tanzbein zu schwingen.

 

Dieser bergmännische Feiertag in Bodenmais, den man geschichtlich bis ins 17. Jahrhundert nachweisen kann, prägt den Jahreslauf wie kein anderer. „Heit is unsa Dog, für alle vom Leder bis zur Feder!“, so ein überlieferter Spruch der Bergleute, die diese herausragende Stellung des Festtages unterstreicht. Die Attribute „Leder“ als Teil der Bergmannstracht für die Berg- und Hüttenleute und „Feder“ als Schreibgerät der Beamten des Werkes verdeutlichen die Gemeinschaft von Belegschaft und Administration an diesem Festtag.

 

Die Schutzheilige Barbara spiegelt sich aber auch symbolisch in der Festkleidung der Knappen und Musiker. 28 golden funkelnde Knöpfe ziert ein Bergkittel. Die Zahl steht für das Lebensalter der Märtyrerin, welche der Legende nach wegen ihres Bekenntnisses zum christlichen Glauben von ihrem Vater enthauptet wurde. 

 

Sichtbares Zeichen der Verehrung der Schutzpatronin durch die Bodenmaiser Knappen ist seit dem Barbaratag 1875 auch die Standarte des Knappschaftsvereins. Auf einer Seite des Fahnenblattes ziert ein Ölgemälde der heiligen Barbara dieses edle Repräsentationszeichen. In Auftrag gegeben wurde die Fahne damals bei einer ersten Adresse in München, der Hof- und Paramentenstickerei J. G. Schreibmayr, welche bis auf den heutigen Tag besteht. 

 

Das zentrale Element des Barbaratags, der Festgottesdienst, ist um 17.30 Uhr in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Mit festlichen Weisen gestalten Bläser der Knappschaftskapelle den Barbaragottesdient. Im Anschluss daran ziehen die Knappen mit Musik der Knappschaftskapelle zum Pfarrsaal, wo der Ehrentag der Schutzheiligen groß gefeiert werden kann. 

 

Aus dem ehemals berufsständischen Fest hat sich ein Festtag für den gesamten Ort entwickelt.