Schlagzeuger
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Bergmannstracht

Schon 1762 forderten die Bodenmaiser Knappen unter ihrem Steiger Niklas Reinstein „egales Grueben Zeug“, damit sie „an all und ieden Hochen Fest-Tägen unnd Processionen auch in anderweg nach Bergmannsbrauch durchgehendts gleich gekleidter paradirn khönen!“ Das Gesuch wird am 1793 mit einer Kleiderordnung beantwortet.

 

Mitte des 19. Jahrhunderts setzt sich auch in Bodenmais die ursprünglich aus dem sächsisch-böhmischen Raum stammende „Schwarze Bergmannstracht“ durch. 

 

Machen wir uns auf eine Entdeckungsreise!


Viele Symbole aus der Arbeitswelt unter Tage findet man in der Tracht wieder. 


Bild 8 - Knappen

Bergkittel

Die Farbe Schwarz erinnert an den dunklen Schacht unter Tage.


Die goldenen Knöpfe symbolisieren das Licht bzw. die Sonne. Sie sind geprägt mit Schlägel und Eisen dem Symbol für den Bergbau.

Bild 41 - Knopfleiste

Knopfleiste

Die ursprünglich vorhandenen 28 Knöpfe des Kittels stehen für das Lebensalter der Schutzheiligen Barbara, die der Legende nach im Alter von 28 Jahren von ihrem Vater enthauptet wurde, weil sie zum christlichen Glauben übergetreten war.

Bild 42 - Schulterkragen

Schulterkragen

Die neun Zacken des Schulterkragens (Pelerinekragens) symbolisieren die 9 Jahre, die die Hl. Barbara im Gefängnis verbringen musste.

 

Eine Pelerine (in der Arbeitskleidung) schützte vor Schmutz und Nässe und konnte ausgetauscht werden ohne die Joppe zu erneuern.

Bild 43 - Schwarze Fransen

Schwarze Fransen (Zopfborten)

Symbolisieren Reservedochte für Öllampen oder Zündschnüre für Sprengungen, die man angebunden am Ärmel getragen hat.

Bild 44 - Schachthut - Federbuschen

Schachthut 

Stollen und Schächte waren für die Bergleute die Wege in den Berg. Auf der Vorderseite findet man das Symbol „Schlägel und Eisen“


Federbuschen

Er ist in den bayerischen Landesfarben weiß und blau und erinnert daran, dass das Bergwerk den bayerischen Herzögen und Königen gehörte. Federn brauchte der Bergmann während der Arbeit zum Säubern von Bohrlöchern.

Bild 45 - Arschleder

Arschleder

Leder gab Schutz bei sitzenden Arbeiten vor Nässe und Schmutz und dem Durchwetzen des Hosenbodens

Bild 46 - Grubenbeil

Grubenbeil

Die vielen Arbeitswerkzeuge der Bergleute nennt man „Gezähe“. Auch in der Tracht darf ein Teil davon nicht fehlen. Die Jahreszahl „1886“ markiert die Neuausstattung mit den Beilen (bis heute unverändert) und der Buchstabe „B“ steht für Bodenmais.

Bild 47 - Grubenlampe

Grubenlampe

Im Silberberg hatten die Bergleute kein elektrisches Licht. Fackeln und Karbidlampen erhellten die Welt „unter Tage“.